Das Krankenhaus Panzi liegt in Bukavu, der Hauptstadt der Provinz Südkivu. Dort werden schwer verletzte und traumatisierte Frauen und Mädchen behandelt. Sie sind Opfer grausamer Vergewaltigungen geworden. Im Nordosten des Kongo herrschen noch immer Chaos und kriegsähnliche Zustände.
Häufig finden die Vergewaltigungen öffentlich statt, vor der ganzen Dorfgemeinschaft, vor den eigenen Kindern und Ehemännern. Die Täter verwenden dabei auch glühende Gegenstände, Äste, scharfes Werkzeug, Bajonetten oder Gewehrläufe. Die katastrophale Folge: Der Unterleib der Frauen ist danach vollkommen zerstört. Frauen und Mädchen jeden Alters, sogar Babies, sind Opfer unvorstellbarer, grausamer, sexualisierter Gewalt.
Die Täter der Vergewaltigungen in Südkivu sind vor allem Hutu-Milizen, die 1994 nach dem Völkermord in Ruanda im Nachbarland Kongo Zuflucht suchten. Sie sind gut bewaffnet und beuten die Rohstoffe aus, die das Land bietet. Die Provinz ist reich an Gold, an dem Zinnerz Kasserit und an Coltan, das für die Herstellung von Laptops und Handys verwendet wird. Die Verbrecher verbreiten Terror und Angst. Ihre Macht stützt sich auf die gezielte Erniedrigung und Demütigung der Bevölkerung. Vergewaltigung wird dabei systematisch als Kriegswaffe eingesetzt.
Am Dienstagabend habe ich mir den Dokufilm "Im Schatten des Bösen" angesehen.
(hätte ich möglicherweise nicht tun sollen)
Die Bilder gehen mir nicht mehr aus dem Kopf, dieses Leid ist unglaublich. Ich bin erschüttert, möchte schreien vor Wut und gleichzeitig auch Hilflosigkeit, über diese grausamen Verbrechen und unvorstellbaren Menschenrechtsverletzungen ...Im Mittelpunkt der Doku steht das Schicksal von vier Frauen, die im Krankenhaus Panzi medizinische und psychologische Hilfe erhalten. Ndamosu M' Buefuh ist 70 Jahre alt. Sie wurde mehrmals vergewaltigt, Milizen haben ihren Ehemann und ihre fünf Kinder ermordet. Die 30-jährige Ntakobajira M' Bisimwa wurde als Sexsklavin in einem Rebellenlager gefangen gehalten. Die 18-jähirge Noella M' Mburugu musste diese erniedrigende Tortur drei Jahre lang aushalten. Sie gebar dort einen Sohn und nannte ihn 'Amani', was soviel bedeutet wie 'Frieden'. Ihre Peiniger entrissen ihr das Kind und jagten sie fort, denn sie wurde krank, konnte nicht mehr arbeiten.
Völkermord mit anderen Mitteln